Home Abschluss Anhang Sonstige Erläuterungen (93) Risikogewichtete Aktiva und Kapitalquoten

(93) Risikogewichtete Aktiva und Kapitalquoten

Das novellierte Kreditwesengesetz und die Solvabilitätsverordnung als nationale Umsetzung von Basel II verpflichten die deutschen Institute zur Einhaltung von Mindestkapitalquoten. Danach müssen Kreditinstitute ihre gewichteten Risikoaktiva mit mindestens 8% Eigenmitteln unterlegen (Eigenmittelquote). Für die Unterlegung der Risikoaktiva mit Kernkapital wird durchgängig eine Quote von mindestens 4% verlangt (Kernkapitalquote).

Die Eigenmittel setzen sich aus Kern- und Ergänzungskapital zuzüglich Drittrangmittel zusammen. Das Kernkapital besteht im Wesentlichen aus Gezeichnetem Kapital zuzüglich Rücklagen, den Stillen Einlagen, dem Hybridkapital sowie den Anteilen in Fremdbesitz, vermindert um Abzugposten wie Goodwill, Beteiligungen und immaterielle Vermögenswerte. Zum Ergänzungskapital gehören Genussrechtskapital und langfristige nachrangige Verbindlichkeiten. Unter den Drittrangmitteln werden kurzfristige nachrangige Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Das Kapitalmanagement der Commerzbank dient den folgenden Zielen:

  • Einhaltung der gesetzlichen Mindestkapitalanforderungen auf Konzernbasis sowie in allen Konzerngesellschaften der aufsichtsrechtlichen Gruppe
  • Bereitstellung von ausreichend Puffer zur Sicherstellung der jederzeitigen Handlungsfähigkeit der Bank
  • Strategische Zuordnung von Kernkapital auf Segmente und Konzernbereiche zur Nutzung von Wachstumschancen

Im Zuge der Finanzmarktkrise ist die Bedeutung eines angemessenen Kernkapitals für Banken immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Für die Commerzbank hat das Kernkapital schon immer eine wesentliche Steuerungsgröße dargestellt. Dabei gehen die Ansprüche der Bank an die Kapitalquoten weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus. Bei der Festlegung der angestrebten internen Kapitalquoten spielen neben der Risikotragfähigkeit der Bank auch Markterwartungen eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund hat die Commerzbank einen Zielkorridor für das regulatorische Kapital definiert; dieser liegt für das Kernkapital aktuell bei rd. 7 – 9%, der für die Eigenmittel zwischen 10,5 und 12,5%.

Die Allokation des Kernkapitals erfolgt in einem regelmäßig wiederkehrenden Prozess, in dem die strategische Ausrichtung der Bank, profitable Neugeschäftsmöglichkeiten im Kerngeschäft der einzelnen Konzernbereiche sowie Risikotragfähigkeitsaspekte Eingang finden.

Alle Kapitalmaßnahmen – sowohl die Emission von Eigenkapital als auch ein potenzieller Aktienrückkauf –werden im Rahmen der von der Hauptversammlung erteilten Ermächtigungen vom Zentralen Asset-Liability Committee der Bank vorgeschlagen und vom Gesamtvorstand beschlossen.

Im vergangenen Jahr hat die Commerzbank die an sie gestellten gesetzlichen Mindestkapitalanforderungen, ebenso wie die deutlich strengeren Anforderungen der SoFFin jederzeit eingehalten.

Die Zusammensetzung der Eigenmittel im Commerzbank-Konzern zeigt folgendes Bild:

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen und Kapitalquoten stellen sich wie folgt dar:

Überleitungsrechnung vom ausgewiesenen Kapital zu den anrechenbaren Eigenmitteln

* nach Anpassung Counterparty Default Adjustments, vergleiche Note 2

Quickfinder

Verlauf